Video duration:  8:30  Publisher: Classic-Car.TV

Die Retromobile in Paris ist alljährlich im Februar Treffpunkt für die Oldtimer-Szene aus der ganzen Welt. Auch wenn sich die Retromobile inzwischen vor allem als Verkaufsmesse versteht, bietet sie Besuchern zwischendurch auch die Möglichkeit, einige der sorgfältig zusammengestellten Markenjubiläen oder Sonderausstellungen zu betrachten. Das diesjährige Highlight der Sonderausstellungen war die zuvor noch nie außerhalb Italiens gezeigte Vielfalt von Bertone Konzeptstudien. Organisiert hatte diese gelungene Präsentation der Italienische Oldtimerverband ASI.

Bertone – der Name steht für klare Linien. Klar und kantig ist das Design des „Rainbow“. Auch die Seitenlinie unterstreicht die Keilform. Zuerst vermutet man eine Designstudie für den Fiat X1/9, der im Übrigen auch bei Bertone gestaltet wurde, doch das „Prancing Horse“ am Heck des Fahrzeugs verrät es schon: Es handelt sich um den Prototypen zum Ferrari 308 GT aus dem Jahr 1976. Nach dem Ferrari 308 Dino und dem Lamborghini Countach hatte man sich bereits an diese klaren Linien gewöhnt. Daher war das Design für die damalige Zeit gar nicht so ungewöhnlich. Bertone konnte aber Ferrari nie als Kunden gewinnen. Besonders das Targa artige Faltdach war ein neuer Hingucker. Leider blieb es während der Retromobile geschlossen.

Für italienische Temperaturen mit Sonnenschein-Garantie waren sicherlich der Suzuki Go von 1972 und der Autobinchi Runabaut von 1976 ausgelegt. Ein Dach war nicht einmal geplant. Der Suzuki Go mit seiner Barchetta-förmigen Karosserie sollte ein Hybrid zwischen „Spaßmobil“ und einem Pickup sein. Die Idee war auf der Ladefläche ein Motoorad zu transportieren und gleichzeitig einen zweisitzigen Beachbuggy zu besitzen. Die hochliefen Felgen tragen großprofilige Reifen.
Der keilförmige Autobianchi Runabout war ein weiteres Highlight der Ausstellung. Das Design war seiner Zeit weit voraus. Die Scheinwerfer – am Überrollbügel befestigt – ermöglichen die deutliche keilförmige und spitz zulaufende Seitenlinie. Ein Mittelmotor sorgt für die perfekte Gewichtsverteilung. Das Design wurde stark von den damaligen Speedboats inspiriert. Der Runabaout gilt als Pate für das spätere Design des Fiat X1/9.

Ein weiteres Pickup Concept stand direkt neben dem Suzuki Go. Die BMW Pickster Studie von 1998. Aufgebaut wurde die Designstudie auf dem Chassis des BMW 528. Ein großer Frontspoiler der eher an einen Sportwagen erinnert, was bei geplanten 320 PS kein Wunder ist. Ein Gimmick ist der Rücksitz im Freien und die damals neuartigen Runflat Reifen.

Eine Überraschung war auch das Familienkonzept von Lamborghini, der „Genesis“ von 1988. Nuccio Bertone versuchte in der Studie die sportlichen Attribute eines Supercars mit den praktischen Eigenschaften eines Vans zu vereinen. Chassis vom Espada, Mittelmotor aus dem Countach. Den keilförmigen Look erreichte er durch die Gestaltung der seitlichen Fenster.

Die Chevrolet Corvette Studie „Ramarro (Grüne Eidechse)“ wurde 1984 in Las Vegas gezeigt. Sie basiert auf der Corvette C4, wurde aber optisch sehr verändert. Das Cockpit liegt weiter hinten und auch hier wurde für eine verbesserte Aerodynamik eine keilförmige Karosserie gestaltet. Besonders zu erwähnen sind die nach vorne gleitenden Türen. Im Innenraum sieht man, dass auch das Interieur dem damaligen Zeitgeist angepasst wurde. Das Armaturenbrett ist quadratisch und funktional gestaltet.

Ein überraschendes Design bot der Volvo Tundra von 1979. Auf der Retromobile ein absoluter Hingucker. Volvo stellte das Projekt allerdings damals zurück, da ihnen der Tundra zu extrem

erschien und sie bezweifelten, dass dieses Design Absatz finden würde. Sie entscheiden sich für das Design des 343, wie es dann auf den Straßen zu sehen war.
Aus der ersten Zusammenarbeit zwischen Citroen und Bertone wurde der Citroen Camarque im Jahr 1972 geboren. Die Designstudie erinnert schon sehr an den Citroen BX.

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